„Did you miss me?“* – Von Schreibtypen und Storchen

26.01.2017

Es ist viel Zeit vergangen. Ich wünschte, ich könnte von Erfolgen berichten, aber das kann ich nicht. Was einen jedoch nicht davon abhalten sollte weiter zu machen. Darum sitz‘ ich nun wieder hier und schreibe euch. Schreibe mir. Ich bin von mehr Selbstzweifeln zerfressen, als in all den Monaten (Jahren!) zuvor. Aber weiß ich auch, dass das eindeutig Bestandteil des Schaffensprozesses und somit noch lange keine Ausrede für Nichtstun oder Aufgabe ist. Mein größtes Problem ist es derzeit, dass ich das, was ich zu schreiben versuche nicht fühle und daher bei dem Versuch es dennoch zu schreiben mehr wie ein Storch mit Gleichgewichtsproblemen durch ein Knie hohes Schlammbecken stakse, als was Lesenswertes zu produzieren.  Ebenso fehlt mir die Regelmäßigkeit, die ich zwischendrin (damals) wirklich gut drauf hatte… von meinem Wordcount gar nicht erst zu sprechen! Ich war schon immer ein Chaot. Zwar leg ich großen Wert auf zumindest einen groben Plot, bevor ich schreibe (mind. das Ende sowie die einzelnen Hürden müssen feststehen bevor ich beginne. Die Wege dazwischen überlass‘ ich hin und wieder meinen Charakteren oder, wenn ich doch eine konkrete Vorstellung habe, plotte ich feinmaschiger). Aber die Arbeit selbst gestaltet sich eher wie eine schnelle und chaotische Bleistiftskizze, die noch weit entfernt davon ist getuscht und coloriert zu werden. Je nachdem sitz‘ ich dann da und stelle schon beim Schreiben fest, dass ich vor einem großen Knäuel hocke, das ich dringend auseinanderpfriemeln und glattstreichen muss.
Umso mehr bewundere ich Leute wie D, die es einfach können. Die sich hinsetzen, chronologisch ihre Geschichte niederschreiben und die (zumindest bei Kurzgeschichten und Erzählungen) danach kaum mehr Überarbeitungen brauchen. Und ich sitz‘ mit meinem Chaos-Knäuel daneben und bekomm‘ nichts gebacken, geschweige denn fertig geschrieben xD  Ja, das musste fett betont werden. Aber das ist es, was ich mir mit diesem Post sagen will. Auch, wenn es gerade nicht so gut läuft, so ist es doch wichtig, dass es läuft und ich denke, was ganz besonders wichtig für mich persönlich ist, ist dass ich endlich mal etwas fertig stelle; dass ich danach zwar sicher noch eine Menge überarbeiten muss, aber dass ich zumindest etwas mit Anfang, Ende, Mittelteil habe, dass es zu überarbeiten lohnt.

Ich bin derzeit deswegen nun auch erst mal weg, von meinen Romanen und versuche mich an Kurzgeschichten. Einfach, damit ich lerne etwas abzuschließen und auch, damit ich dieses Erfolgserlebnis verspüre etwas fertig gestellt zu haben. Und zwar so, dass ich es auch gerne anderen zum Lesen geben kann.

Was für Schreibtypen seid ihr? :)

 

 

*Konnte mir das Zitat bei dieser Gelegenheit einfach nicht verkneifen x) Wer hat noch die neuste (und letzte?! :( ) Sherlock Staffel gesehen?

Ich renne und renne und renne und renne und renne….

11.05.2016

Ich habe einen neuen writing buddy. Er hat letztens etwas gesagt, das mich zum Nachdenken und Reflektieren brachte. Was das genau war, kann ich so nicht mehr wiedergeben, dafür aber umso konkreter, was daraufhin die letzten Tage in meinem Kopf eifrig vor sich her gerattert ist. Ich schreibe und schreibe und schreibe, als ob ich rennen müsste. Ich kann nicht anders und bleibe auch nicht stehen. Dadurch sind in den letzten Monaten viele hundert Seiten entstanden. Von denen ich keine einzige je gelesen habe. Ich schreibe, hetze über die Tasten und kann nicht aufhören. Teils weiß ich selbst nicht (mehr), was sich auf diesen Seiten verbirgt. Es ist immer die gleiche Geschichte an der ich arbeite und die ich immer wieder von neuem zu erzählen beginne. Und das bringt mich zum eigentlichen Punkt. In mir drinnen ist alles unruhig und angespannt. Natürlich, schließlich habe ich das Gefühl nirgends anzukommen, nichts zu schaffen, kein Ergebnis zu haben. Dass ich so viel geschrieben habe, sehe ich dabei nicht. Ich habe mich nie mit dem Inhalt auseinander gesetzt. Ihn nie gelesen, korrigiert, bewertet, eingeordnet: Somit ist er weder greifbar noch wirklich existent für mich und ich renne weiter und weiter. Ohne Unterlass, ohne auf die Idee zu kommen einfach mal stehen zu bleiben und mich umzuschauen. Wie soll ich auch die Chance haben irgendwo anzukommen, wenn ich nicht aufhören kann zu rennen? Aber damit muss jetzt Schluss sein. So sehr es mich vielleicht fürchtet, mich mit dem bisher produzierten auseinander zu setzen (Warum habe ich davor eigentlich solche Angst?), ich werde es tun. Ich muss es tun. Anders werde ich aus diesem frustrierenden und an mir reißenden Hamsterrad nicht rauskommen können. Ganz gleich, wie viele mögliche Versionen es noch von der Geschichte gibt. Es reicht. Ich sollte den Arsch in der Hose haben und sie zu Ende zu bringen. Sie abzuschließen. Und zwar jetzt.

Prokrastination, Aufräumen, Zeichnungen und ne Menge Lalalalala

05.11.2015

Geschrieben habe ich noch nichts. Ich kann noch nicht einmal sagen, wo die letzten Tage hin sind. Aber so etwas bin ich mittlerweile ja gewöhnt. Dafür habe ich nun beschlossen mal wieder als Rebell beim NaNo dabei zu sein und an meinem P:I weiter zu arbeiten und es somit endlich FERTIG zu stellen. Naja, zumindest halt Band 1. Welcher größenwahnsinnige Idiot sich als erstes Projekt auch immer ernsthaft ’ne Trilogie aussuchen musste ist mir mittlerweile schon ein wenig schleierhaft… aber wat soll’s.

Doch warum ich poste: Ich räum gerad ein wenig auf und komm daher nicht umhin die ganzen losen Blätter und rumliegenden Blöcke voller Skizzen bzw. Kriggeleien… für Skizzen geb ich mir dann, ganz ehrlich, doch nicht genug Mühe, in die Finger zu bekommen. Daher möchte ich die Gelegenheit – natürlich gänzlich ohne Prokrastinationshintergrund – nutzen, um euch mal ein Bild von D. zu zeigen, wenn ich hier schon immer viel von und über sie schreibe. Es ist selbstredend kein Foto. So etwas gehört hier nicht hin, aber trotz der Bleistiftstriche ist sie tatsächlich real, bzw. gibt es sie auch in der echten Welt… also wirklich ;]

D_001

 

NaNo Tagebuch: Tag 1

01.11.2015

Nachdem ich es gestern – irgendwie – geschafft hatte auf einer Geburtstagsparty von einem mir bis dato gänzlich unbekannten Menschen zu landen. Und wahrscheinlich auch dank der Tatsache, dass der mittäglich geplante Ausflug zu einem Halloween-Markt – irgendwie – mit einer Wanderung zu einem Denkmal, das ganz glorreich auf der Spitze von einem der unzähligen Berge hier in Deutschland gebaut wurde, endete – 2 Bahnstunden vom eigentlichem Ziel, dem Markt, entfernt.  Bin ich nun gerade erst aus meinem Bett gekrochen. Allein. Gottseidank. Aber noch immer nicht bereit mich mit irgendetwas auseinenderzusetzen. Mein Tagesplan sieht daher wie folgt aus:

  • Zocken (Assassin’s Creed: Syndicate)
  • Leben überdenken (hab noch immer keinen Plan, was ich nun beim NaNo schreiben möchte – meine geplante Geschichte hat sich bereits im letzten Monat in mein Geschreibe mit eingeschlichen und ist mittlerweile fast 150 Seiten stark)
  • Schreiben (Yeeeeaay :D)

An dieser Stelle ’n dicken Respekt an Bianca, die es innerhalb der ersten 11,5 Std bereits geschafft hat 25.307 Wörter zu schreiben!

Ein Wettbewerb geht zu Ende, ein anderer steht in den Startlöchern und ich schlürf größenwahnsinnig lachend meinen Kaffee

31.10.2015

Der Oktober geht zu Ende und damit auch der 6. monatige Wettbewerb von D. und mir.
Es ging drunter und drüber und ich habe ebenso oft versagt (3 Monatsziele nicht erreicht), wie es geschafft (3 Monatsziele erreicht). Und obwohl ich mit einem Minus von fast 11.000 Wörtern diesen letzten und finalen Monat begonnen habe, hab ich es durch die Unterstützung von D. und ein paar anderen dann doch noch geschafft mich auf den Hosenboden zu setzen und anstatt aufzugeben und zu jammern, komplett aufzuholen.
Es war ein klasse halbes Jahr und ich habe dabei unglaublich viel auch über mich und meine Schreibgewohnheiten gelernt.
-> Das war der Wettbewerb
-> So habe ich geschrieben

Die nächsten Verhandlungen über Bedingungen für einen neuen Wettbewerb (ebenfalls wieder über 6 Monate) laufen bereits. Ich kann wirklich jedem nur empfehlen sich eine freundschaftliche Wettbewerbs-Allianz mit anderen Schreiberlingen zu suchen. Es macht Spaß, bietet einem eine Stütze und motiviert ungemein.

So. Nun hab ich mir aber erstmal meinen Kaffee verdient. Ist schließlich aus studentischer Sicht hier noch immer mitten in der Nacht!
Und danach kann ich dann anfangen mir Gedanken zu machen, was ich beim NaNoWriMo diesen Jahres (ehm, also ab morgen…) schreiben will, das ist gerad ’n bissel untergegangen.

Ich wünsch euch allen was und Danke, einfach nur so: Danke :)

0-Linie im Kopf

30.10.2015

Ich habe in den letzten zwei Wochen insg. 100 Seiten geschrieben. Mein Kopf ist leer und ich brauche dringend Schreiburlaub. Auch um zu reflektieren, was ich dort fabriziert habe, wie ich weitermachen will; um Zeit zu haben neue Eindrücke und Inspirationen außerhalb meiner kleinen Wohnung zu sammeln. Aber das Gesamtziel ist noch nicht erreicht. Ich bin noch nicht fertig. Gerade jetzt auf der Zielgeraden muss ich noch einmal tief durchatmen und alle kreativen Kräfte aktivieren. Ich kann es schaffen… ich muss nur durchhalten. Wünscht mir Glück.

[TB] Der Fall, des wortlosen Schreiberlings

16.09.2015

Wenn ich mich länger vor’m Schreiben drücke, obwohl ich Zeit habe, dann frage ich mich warum. Ich liebe das Schreiben. Es ist das, was ich machen will, das, was mich hält. Warum also versuch ich alles Mögliche dazwischen zu schieben, um nicht weiter zu schreiben? Schreibblockaden gibt es bei mir weitestgehend nicht. Ich habe gelernt, dass alles einen Grund hat. Wenn ich feststecke, meist darum, weil ich meine Charaktere blöder Weise in eine Sackgasse manövriert habe: Dann heißt es Augen zu und löschen. Es hilft auch immer sehr in solchen Momenten Kriegsrat zu halten, um mir aus der Sicht von einem anderen sagen zu lassen, was Mist ist und nicht funktioniert.
Und bis dahin schreibe ich irgendetwas anderes. Entweder weiter an einer meiner anderen Projekte, oder eine ganz neue (Kurz)Geschichte. Es ist egal was, Hauptsache ich tippe Wörter, fülle den weißen Bildschirm und halte meine Gehirnwindungen auf kreativen Trap.
Aber das gerade ist anders. Ich stecke nicht fest. Ich habe mich nicht mit meinen Charakteren zusammen verlaufen. Ich denke, ich habe einfach nur Angst.
Ich war noch nie so weit in einer Geschichte. Es fehlt noch die letzte Szene (und dann Stunden um Stunden an Überarbeitung), aber dennoch ist dann „Ende“.
Ich arbeite nicht gerade geordnet. Ich bin ein absoluter Chaot. Doch so funktioniert mein Hirn halt. Dadurch ist die Geschichte jedoch über drei verschiedene Dateien zerstückelt und viele Ortsbeschreibungen und die der Atmosphäre fehlen noch gänzlich und wurden beim Schreiben schlicht mit einem kurzen „Blabla“-Vermerk gekennzeichnet.
Das was mir nun bald bevorsteht ist also das Aufräumen, Zusammenpuzzeln und Glattbügeln von all den Einzelteilen. Und ich hasse aufräumen ebenso sehr wie ich recherchieren hasse.
Vielleicht ist es dann doch keine Angst davor, sich auf bisher unbekanntem Terrain zu bewegen, sondern schlichte Faulheit. … klingt logisch und definitiv nach einem meiner eher mieseren Charakterzügen. Aber da muss ich durch. Es hilft nichts. Einmal tief Luftholen und loslegen.